|
... frauenkultur
für mehr zauber in unserem
leben!
"ich brauche mehr zauber in
meinem leben!" höre ich auf meiner anrufbeantworterin
eine
naturwissenschaftlerin sagen. und ich kann sie
gut verstehen!
wenn du drauf kommst, dass dein
leben anders ist, als es in fernsehshows- und -serien gezeigt wird,
wenn du nicht teil eines doppelverdienenden paares
(egal ob hetera oder lesbisch) bist,
vielleicht auch eine behinderte tochter hast
und du nicht (mehr) den herr-schenden
schönheitsidealen ensprichst und dein letzter neckermann
all-inklusive urlaub auch nicht die erfüllung
gebracht hat, und du dich also schön langsam
fragst, wie die anderen das eigentlich alle aushalten
- dann bemerkst du, dass es andere dinge braucht, um
deinen alltag nicht nur zu überleben,
sondern lustvoll zu er-leben.
"wie feiert ihr denn weihnachten?"
werden wir oft gefragt. und diese frage zeigt, dass es viele
(und es werden immer mehr!) frauen gibt,
die abseits der patriarchalen "kultur", abseits der allseits
bekannten familienstrukturen (die zudem
oft gewalttätig sind - besonders zu weihnachten sind die
frauenhäuser immer voll!) nach neuen, (oder
alten) ritualen suchen: nach EIGENEN ritualen,
die in IHREN alltag gehören, zu IHREM leben.
rituale sind ein grundbedürfnis
- wir finden sie in allen kulturen und zu allen zeiten. in unserer
heutigen patriarchalen kultur sind die kirchlichen
rituale für viele nur mehr die einzig bekannten.
ein ritual ist eine vorher strukturierte
und mit einer idee ausgestatteten handlung - entsteht aus dem,
was hier und jetzt für Frauen notwendig ist.
und es ist in der tat not-wendig - eine not abzuwenden -
diese gesellschaft zu verändern. denn so
wie sie derzeit ist, ist sie lebens- und lustfeindlich.
und so suchen immer mehr frauen
nach ritualen und zeremonien, um ihren alltag zu leben, zu feiern,
zu tanzen oder auch mal um zu trauern (im
unterschied zu jammern und/oder schlecht drauf sein).
viele frauen leben in einer frauenkultur, die sich
in den zwischenräumen des patriarchats ausbreitet
- lustvoll und subversiv!
doch als kultur wurde und wird bis
dato immer nur definiert, was männliche gestaltung
hervorgebracht hat. frauen wurde und wird die
macht zur gestaltung eigener räume genommen,
wenn nicht zumindest sehr schwer gemacht.
eine wichtige rolle im leben früherer
zeiten spielte die ausgeprägte festkultur, vor allem für
frauen.
doch was heutzutage als "kultur"
bezeichnet wird, ist zumeist gestaltung von männern und hat
mit frauenkultur nichts zu tun. kultur,
wie z.B. feste und rituale waren früher eingebettet in das
alltagsleben der menschen und spielten dabei
eine große rolle. die festkultur, die feste an sich,
boten frauen zahlreiche als anlässe, sich
zu treffen, und viele gelegenheiten, kontakte zu knüpfen,
pläne und strategien zu entwickeln und untereinander
informationen (auch politischer natur)
auszutauschen.
unsere ganze volkskultur, unser
ursprüngliches brauchtum ist davon geprägt - doch
das
eingebundensein in kapitalistische notwendigkeiten
lässt uns frauen heute kaum freiraum zur
entfaltung von prozessen, die zeit und raum
brauchen.
aber immer mehr frauen leben mit
ihren töchtern und söhnen, mit ihren schwestern, freundinnen,
müttern. viele leben alleine, was aber nicht
bedeutet, dass sie tatsächlich alleine sind.
andere, das patriarchat gewohnte, ans patriarchat
angepasste frauen, nehmen diese räume
nicht oder nur wenig war und/oder bekämpfen
sie vehement:
so werden z.b. räume, die exklusiv frauen
vorbehalten sind, als "männerfeindlich" oder
"kinderfeindlich" diffamiert.
in diesem ritual-lehrgang (und sonst
auch) arbeiten mit wir mit frauen und für frauen,
die die sache der frauen und den feminismus
politisch und kulturell, theoretisch und praktisch
weiterbringen wollen. für und mit frauen,
die "herr-schende" denkmuster in frage stellen
und korrigieren; die "herr-schende"
strukturen aufzeigen und angreifen;
die der allgegenwärtigen gewalt gegen frauen und mädchen
und allen, die (scheinbar) schwächer
sind, entgegentreten; die etwas gegen den strukturellen und
alltäglichen sexismus,
antisemitismus und rassismus tun und an einer
feministischen gegenwart und zukunft
mitgestalten und mit-weben!

|